Artikel von Stefan Heuer über die Anthologie
"Quellenkunde" (2008), hrsg. von Norbert
Hummelt:
Und wer Klaus Kinskis unwiderstehliche Interpretation
von Francois Villons "Ballade von den Lästerzungen"
(in der ungeschlagenen Übersetzung von Paul
Zech) im Ohr hat, der kann diese hier nicht nur nachlesen,
sondern sich mit ein wenig Phantasie auch vorstellen,
wie Kinskis Stimme durch Silke Andrea Schuemmers
"Ballade auf die Last der Zungen" bricht. Eine schöne,
wertvolle Anthologie, die Lust darauf macht, den
Conrady zur Hand zu nehmen und mal wieder durch die
Klassiker zu flanieren.
auch vollständig
online zu lesen
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Artikel von Lutz Hagestedt über Lyrik der Jahrtausendwende:
Es gibt hier eine Menge Ordnungen
zu entdecken, von den seriellen "organischen Portraits"
der 1973 geborenen Silke Andrea Schuemmer etwa möchte
man gern mehr lesen.
vollständiger Artikel online
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Aachener Zeitung, 27.6.2000: "Lyrischer
Weltgipfel im Pavillon. Autoren lesen im Garten des
deutsch-französischen Kulturinstituts."
(...) Die in Aachen lebende
junge Autorin Silke Andrea Schuemmer las Gedichte
aus ihrem Werk "Stirnbilder - Organische Portraits".
Detailliert beschreibt sie in ihren Gedichten, welche
Auswirkungen Gefühle, Erfahrungen und Situationen
auf den menschlichen Körper haben. Mitunter
makaber anmutend seziert sie ihn, untersucht Organe,
Nervenbahnen, beschreibt auf surrealistische Weise
Körperlandschaften von innen nach außen
und wieder zurück und legt die menschliche Seele
frei.
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Niederelbezeitung 19.5.1998: "Sinnlichkeit
und Genuß stehen im Mittelpunkt."
(...) "denn das, was uns von
Silke Andrea Schuemmer vorliegt, erscheint uns geradezu
als Beispiel dafür, daß Inspiration, Talent
und Intellekt sich eben nicht gegenseitig ausschließen." Silke
Andrea Schuemmer demonstriere, daß
das, was sie schreibe, mehr sei als Widerspiegelung,
es sei eine Aufforderung, "hinter die Dinge" zu
sehen. Schreiben sei eine Frage der Konsequenz, meint
sie, aber auch etwas Sinnliches und Körperliches,
zuletzt etwas Religiöses. (...) Silke Andrea
Schuemmer versicherte, daß "Sinnlichkeit
und Genuß im Mittelpunkt" stehen müßten."
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Niederelbe-Zeitung 14.5.1998: "Am
Sonntag begrüßt Otterndorf seine 14. Stadtschreiberin.
Silke Andrea Schuemmer führt ein 'offenes Haus'.
Bis September bewohnt die Aachener Schriftstellerin
das Gartenhaus"
(...) Ihr [sic] Umgang mit der Sprache
hebt Silke Andrea Schuemmer besonders hervor. Ebenso
behutsam und zart in der Wortwahl wie körperlich-sinnenfroh
präsentiert sich die Dichterin auf einem hohen ästhetischen
Niveau. Als Beispiel empfiehlt sich der Gedichtzyklus "Sternbilder" [sic],
in dem so bezeichnete "organische Portraits" versammelt
sind. (...)
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Grauzone, 1997
Michael Fischer: "Juroren gehen Brüche suchen. Ein ambitionierter
Lyrikwettbewerb will es dem Bachmann-Preis (nicht) gleich tun."
Silke Andrea Schuemmer (geb. 1973) stellte sich der Kritik mit Texten aus ihrem
Zyklus "Stirnbilder". Darin werden Körper
zu Landschaften, die ungeheuren Metamorphosen ausgesetzt
sind. Ulla Hahn sprach in ihrem Urteil von "großartigen
Grausamkeiten", von denen ein "Magischer Sog" ausginge.
Tatsächlich erschien diese "Hommage an den Körper"
metaphorisch ungemein dicht, und in ihrer Rhythmik
war sie "absolut perfekt" (Schertenleib). Jeglicher
slam poetry oder schriller Zeitgeistlyrik wird mit
diesen Texten eine subtile Absage erteilt.
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Aachener Nachrichten, 29.10.1997.
Grit Schorn: "Die Aachener Lyrikerin Silke A. Schuemmer.
'Den Dingen auf der Spur'."
Ihre Gedichte sieht sie als
"Sprachkörper, die denn auch viel mit der
Physis zu tun haben." (...) Für ihre Lyrik
wie das "Triptychon oder Salzig schmeckt der Algenstrang"
sieht sie drei Kriterien - innovativ, sinnlich und
theoretisch untermauert sollen ihre "organischen
Konstrukte" sein. Sie genießt das "Lusterlebnis"
des Schreibens und Lesens, geht von Sinneseindrücken
statt von Gefühlen aus.
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Kleine Zeitung, 9.1997: "Preis
für 'präzise Bilder'. Christine
Lavant Preis 1997 ging an den Berliner Autor Andreas
Altmann. Silke Andrea Schuemmer erhielt den Förderungspreis."
Keine langen Diskussionen
gab es auch bezüglich der Vergabe des Christine
Lavant Förderungspreises, der von der Raiffeisenbank
St. Stefan mit 40.000 Schilling gesponsort wurde.
Die Preisträgerin ist die jüngste Teilnehmerin
des Bewerbes - Silke Andrea Schuemmer. "Ihre
Gedichte entwerfen Körperbilder, in denen Verletzungen
und Auflösungen als Gegenwartserfahrungen in
Sprache transportiert werden, wobei das Bildmaterial
der Tradition auf eigenständige Weise fortgeschrieben
wird", meinte die Jury in ihrer Begründung.
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Ruhr-Nachrichten vom 29.4.1997: "Silke
Andrea Schuemmer nahm den Kulturpreis entgegen. Um
Poesie verdient gemacht."
(...) Dr. Ulrich Janetzki, gebürtiger "Selmer
Junge" und Geschäftsführer des Literarischen
Colloquiums Berlin, brachte auf den Punkt, was Silke
A. Schuemmer auszeichnet:
"Sie spielt leichthändig auf der Klaviatur
der Sprache."
Die Verse seien schön, und trotz ihrer Jugend
habe die Autorin bereits ihren ureigenen Stil gefunden.
Nichts wirke angestrengt, es gebe kein Grübeln
und kein Selbstmitleid. (...)
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Aachener Zeitung vom 6.8.96: "
Worte werden Bilder.
Buchkunst mit Dichtung von Silke Schuemmer"
Silke Andrea Schuemmer ist Verfechterin
einer Ästhetik, die sie - ausgehend von einem
Wort, einem reizvollen Begriff - syntaktisch umbaut.
Es entstehen dabei Wort-Bilder, akrobatische Verknüpfungen
und phantasievolle Konstruktionen, in denen sie Dichtung
und sinnliche Körperlichkeit zu einem schillernden
Geflecht verwebt. |

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